Rezension zu O'Reillys » 97 Things Every Programmer Should Know«
- Autor(en):
- Adrian Wible, Alan Griffiths, Alex Miller, Allan Kelly, Anders Noras, Ann Katrin Gagnat
- ISBN:
- 0-59680-948-4
Das Buch kommt in einem handlichen Format mit angenehmen Satz. Verfasst ist es in englischer Sprache und enthält auf 194 Seiten 97 Abhandlungen zu Fragen des Programmierstils, der Arbeitsorganisation und der Lebensauffassung. Jede Abhandlung umfasst zwei Seiten und ist in sich abgeschlossen, so dass das Buch auch kreuz und quer gelesen werden kann. Es gibt zwar am Anfang des Buches eine Aufstellung mit einer thematischen Ordnung, aber schon diese zeigt, dass das Buch nicht in Themenbereiche gegliedert ist.
In jeder Abhandlung legt eine oder manchmal auch mehrere Personen ihre Erfahrungen und Einstellungen zu einem Thema dar. Die Texte sind dabei kurz und so gut als tägliche Lektüre in der Bahn oder in der kurzen Pause geeignet. Die Themen und Ratschläge variieren von verstehe was alles in Deinem Entwicklungsprozess passiert über was macht der Binary-Linker, lies Code zur Bildung und die Bewertung des Guru-Mythos bis hin zur Zusammenarbeit mit Testern.
Am Ende des Buches kommt noch eine Vorstellung aller Autoren, von denen mir alle fremd waren. Das Buch ist also nicht von irgendwelchen Ikonen der Softwarewelt (jedenfalls der mir bekannten) verfasst, sondern von normalen Leuten, die in ihrem Leben Erfahrungen gesammelt haben und diese weitergeben wollen. Daher sind die Texte auch nicht vom Lehrbuchcharakter, sondern wie Erfahrungsberichte und Ratschläge.
Für einen Leser, der eine Programmiersprache lernen will, ist das Buch nicht geeignet, da es mehr in die philosophische und arbeitsorganisatorische Richtung geht. Allerdings kann ich auch nicht sagen, dass ein erfahrener Programmierer, der eventuell schon den Pragmatic Progammer gelesen hat, viel aus dem Buch mitnehmen kann. Für mich persönlich waren keine bedeutenden Erkenntnisse dabei – der Blickwinkel auf einige Themen und Ideen war zwar neu für mich und hat einige Denkanstöße gegeben, aber die Ausbeute aus 194 Seiten war zu gering und teilweise war mir das Durchkauen von Grundlagen zu langweilig. Ich denke, dass Buch ist am besten für Programmierer geeignet, die in einer Prorgrammiersprache Erfahrungen haben und etwas über das Programmiererleben erfahren wollen. Für diese Gruppe ist das Buch empfehlenswert, da es breitgefächert das Programmiererleben beleuchtet. Es bleibt auch genug Freiraum zum Selberdenken und -entscheiden, denn das Buch beantwortet nicht die Fragen welches das beste VCS oder der beste Editor ist oder wie der Königsweg durch den Tag verläuft – es liefert nur Vorschläge und Ideen, welche Fragen man sich stellen sollte und wie man die Antworten dazu finden könnte.
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