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Rezension zu O'Reillys »Das Kochbuch für Geeks«

Cover
Autor(en):
Eckenfels, Hildebrandt
ISBN:
3-89721-462-8

Auf das Buch aufmerksam bin ich durch die Ankündigung im O'Reilly Newsletter geworden. Ein klassischen Kochbuch in der Kochbuchreihe von O'Reilly? Das klang sehr verlockend. Kurze Zeit später hatte ich es schon in meinen Händen und konnte mich in die Welt der Töpfe, Gefrierbeutel, Einmachgläster und Pfannen entführen lassen.

Um es gleich am Anfang zu sagen: Das Buch konnte meine Erwartungen voll und ganz erfüllen. In gewohnter O'Reilly-Kochbuch-Manier wird der Geek und vielleicht angehende Hobbykoch bei seiner totalen Unkenntnis der Küche abgeholt und schrittweiße auf einer witzigen und und fast schon mitfühlenden Art durch ein breites Spektrum von Tipps und Ideen an die Problematik des (gesunden) selbständigen Versorgens heran geführt.

Im ersten Abschnitt werden dem Leser die Grundlagen des Kochens wie Einkaufen und Vorratshaltung näher gebracht. Dabei wird jedes der angesprochenen Themen, wie auch später im Buch die vorgeschlagenen Rezepte, in einem übersichtlichen Dreisatz erklärt: Gemeint soll damit aber nicht das bekannte Tripel aus .⁄configure, make, make install sein, sondern vielmehr eine Unterteilung in Problemstellung, Lösung des Problems und einer Erklärung der Problemlösung.

Neben der Unterteilung in einen allemeinen Teil mit den Grundlagen des Kochens, unterteilt das Buch die Rezepte auf Basis der dafür notwendigen Kenntnisse und Gerätschaften in drei Gruppen von "Larval Stage", keine Küche vorhanden, "Mamas Liebling", Basisküche für Anfängen bis hin zu dem "kulinarischen Geek", mit weiterführenden Rezepten.

Die Rezepte sind mit einer Zutatenliste und und einer kurzen Gebrauchsanweisung durchgängig gut und verständlich dokumentiert und lassen mit zusätzlichen Tipps auch Spielraum für eigene Ideen. Verfeinerungen und Weiterentwicklungen. Die Darstellung weicht dabei bewusst von der aus anderen "richtigen" Kochbüchern bekannten ab, so dass die ein Rezept schon einmal als UML-Diagramm für Abwechslung auf Aufheiterung sorgt. Zusätzlich den zu den Rezepten und den Tipps dazu, geben die Autoren zu vielen Themen und Rezepten weiterführende Links an, so dass auch der Informationshunger gestillt werden kann.

Ein besonders nettes Gimmik ist eine dem Buch beigelegte Karteikarte, auf der die wichtigsten Einheiten wie TL und Werte zum Umrechnen verschiedener Einheiten untereinander. Auf der Rückseite der Karte befindet sich zusätzlich ein "Periodensystem" der Haltbarkeit der wichtigsten Lebensmittel. Eine zwar etwas ungewöhnliche, aber sehr übersichtliche und witzige Darstellungsweiße. Die ideale Gedankenstütze auf die Frage "Kann man das noch essen?!?".

Einen kleinen Wermutstropfen hat das Buch dennoch: Viele der aufgeführten Gerichte benötigen für ihre Zubereitung exotische Zutaten, deren Besorgung oftmals schon zu einem kleinen Abenteuer anwachsen kann. Hat man sich dann aber erfolgreich durch den Dschungel der Supermärkte gekämpft, wird man mehr als nur dafür mit extrem leckeren Essen entschädigt.

Frank Lanitz

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