Rezension zu O'Reillys »O'Reillys neues Tierleben«
Jeder wird sich schon einmal gefragt haben, was denn das für ein Tier auf seinem O'Reilly-Buch ist. Und warum druckt O'Reilly Tiere auf seine Computerbücher? Auf diese und andere Fragen gibt das kleine Taschenbuch eine Antwort.
Von der Aufmachung her ist es wie jedes andere Taschenbuch von O'Reilly. In 21 Abschnitten wird kurz über je ein Tier berichtet, wo es lebt, was es frisst, wie es seine Jungen aufzieht oder was an ihm sonst besonders ist. Zu jedem Tier ist auch immer das Bild auf der linken Seite abgedruckt, wärend der Text auf der rechten abgedruckt ist. Im letzten Abschnitt des Buches ist zur Übersicht noch eine Landkarte mit den Verbreitungsgebieten der Tiere abgebildet.
Die Geschichten sind wissenschaftlich neutral aufbereitet und aufgrund ihrer Kürze gut für eine kleine Kaffeepause mit Bildungscharackter geeignet. Für den geringen Preis von drei Euro ist es ein kleines Add-on, das neben fünf anderen O'Reilly-Büchern immer einen Platz im Schrank oder einen interessierten Leser findet.
Aber es werden bei weitem nicht alle Tiere, die je auf einem O'Reilly-Buch abgedruckt wurden, besprochen. Da dies bereits das zweite Buch dieser Art vom O'Reilly-Verlag ist, bleibt zu hoffen, dass es auch hiervon noch einen Nachfolger geben wird.
Mir hat das Buch sehr gefallen und ich kann es jedem, der auch nur ein kleines Interesse an den »Tiergeschichten« hat, sehr empfehlen. Dennoch möchte ich einige Verbesserungsvorschläge anbringen:
- Der Vogel Pfau hat, soweit mir berichtet wurde und ich in der Wikipedia finden konnte, nichts mit dem persischen Thron zu tun. Mir wurde gesagt, dass die Frau eines Herrschers Pfau oder so ähnlich hieß und daher der Name rühert. Daher finde ich die Erwähnung in dem Zusammenhang als missverständlich.
- Beim Alpaka beginnt der letzte Satz im ersten Absatz mit »99 Prozent«, wobei die 99 am Ende einer Zeile stehen und die Prozent in der nächsten. Die 99 sollte mit auf die neue Zeile.
- Im Abschnitt über den Venuskamm steht im ersten Satz: »ist die Schale eins Venuskamms abgebildet«. Dem »eins« fehlt noch ein E zum »eines«.
- Bei der Karettschildkröte steht im letzten Absatz: »Bei der Geburt sind sie [die Jungtiere] nicht größer als eine Hand voll.« Den Ausdruck »eine Hand voll« finde ich unpassend. Ich kenne den Ausdruck als eine Mengen-, aber keine Größenangabe. Ich fände »nicht größer als eine Handfläche« besser.
- Beim wandelnden Blatt steht am Ende des ersten Absatz': »ist das Weibchen die größte bisher gefunden Phyllium-Art«. Ein Weibchen kann doch keine (biologische) Art sein. Der Ausdruck Exemplar oder Vertreter wäre meiner Meinung nach passender.
- Beim deutschen Schäferhund steht im dritten Absatz: »müssen sie sich an verschiedenste Bedingungen«. Ich habe so meine Zweifel, ob man verschieden steigern kann. Entweder unterscheidet sich eine Sache von einer anderen oder nicht. Aber dass etwas verschiedener ist als etwas anderes, finde ich etwas merkwürdig. Ich finde, es sollte »verschiedene Bedingungen« heißen.
(Jörg Sommer)